Was ist die bevorzugte Bezahlmethode der Deutschen und Franzosen?
- 30. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Die bevorzugte Bezahlmethode in Deutschland kann viele Franzosen, die in ihrem Nachbarland unterwegs sind, überraschen. Auch wenn es sich um zwei Nachbarländer handelt, unterscheiden sich die Zahlungsgewohnheiten. In Frankreich hat sich die Bankkarte (CB) in nahezu allen Alltagssituationen durchgesetzt, während in Deutschland Bargeld nach wie vor eine zentrale Rolle spielt. Diese Unterschiede können für Reisende zu unangenehmen Überraschungen führen – wer sie jedoch kennt, kann Unannehmlichkeiten vermeiden.

Deutschland: Bargeld ist immer noch weit verbreitet
In Deutschland spielt Bargeld nach wie vor eine wichtige Rolle. Trotz der zunehmenden Verbreitung elektronischer Zahlungen ist Bargeld im Alltag weiterhin allgegenwärtig.
Im Jahr 2023 wurden 51 % der Transaktionen in Deutschland mit Bargeld getätigt. Dieser Anteil ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern unverändert hoch. Bei geringen Beträgen ist der Anteil sogar noch deutlich höher: 76 % der Zahlungen bis einschließlich 5 € erfolgen in bar.
Die Bankkarte wird zwar gerne genutzt, jedoch oft in bestimmten Situationen. Sie macht 27 % der Transaktionen aus und wird in erster Linie für höhere Beträge verwendet. Mobile Zahlungen spielen mit etwa 6 % weiterhin nur eine untergeordnete Rolle.
Auf europäischer Ebene lässt sich ein deutlicher Unterschied erkennen: In Deutschland werden im Jahr 2023 138,9 Kartenzahlungen pro Einwohner und Jahr verzeichnet, womit das Land zu den Ländern mit geringerer Kartennutzung zählt. Zum Vergleich: In Frankreich tätigt jeder Einwohner jährlich 283,7 Kartenzahlungen.
Falls Sie eine Reise nach Deutschland planen, bedeutet dies ganz einfach: Nehmen Sie vorsichtshalber etwas Bargeld mit.
Frankreich: Bankkarte als Selbstverständlichkeit
In Frankreich sind die Gewohnheiten anders. Das Bezahlen mit Karte ist selbst bei kleinen alltäglichen Einkäufen zur Selbstverständlichkeit geworden.

Es ist üblich, einen Kaffee, ein U-Bahn-Ticket oder ein Baguette bargeldlos zu bezahlen. Auch kontaktloses Bezahlen ist weit verbreitet – vor allem bei Beträgen bis zu 50 €.
Natürlich sind Barzahlungen weiterhin möglich, allerdings unterliegen sie bestimmten Auflagen. Bargeldzahlungen sind auf folgende Beträge begrenzt:
1 000 € für Personen mit Steuerwohnsitz in Frankreich
15 000 € für Reisende
Diese Bestimmungen unterstreichen die zunehmende Ausrichtung auf rückverfolgbare Zahlungsmittel.
Warum diese Unterschiede?
Es gibt mehrere Erklärungsansätze für diese Unterschiede in den Zahlungsgewohnheiten. In Deutschland hängt die Vorliebe für Bargeld oft mit einem hohen Stellenwert der Privatsphäre zusammen. Durch Barzahlungen lässt sich eine gewisse Anonymität wahren und die Ausgaben können besser kontrolliert werden, was für viele Verbraucher nach wie vor von Bedeutung ist.
In Frankreich hingegen lässt sich die weitverbreitete Nutzung der Bankkarte durch das Bestreben nach unkomplizierten und schnellen Alltagsgeschäften erklären. Zudem ist die Infrastruktur für bargeldloses Bezahlen dort sehr gut aufgestellt und Karten werden selbst für kleine Beträge grundsätzlich akzeptiert. Nicht zuletzt spielen auch die gesetzlichen Vorschriften eine Rolle: Die Obergrenzen für Barzahlungen in Frankreich fördern indirekt die Nutzung elektronischer Zahlungsmittel.
Diese Unterschiede spiegeln zwei unterschiedliche Verhaltensweisen wider: eine auf Kontrolle und Vorsicht ausgerichtete Haltung in Deutschland gegenüber einer auf Dynamik und Digitalisierung ausgerichteten Einstellung in Frankreich.
Beispiele aus dem Alltag
Deutschlandreise: Kartenzahlung abgelehnt

Während seines Aufenthalts in Deutschland kann ein Franzose auf unerwartete Situationen stoßen:
Kauf eines Getränks oder Snacks an einem Imbisswagen am Meer … und die Feststellung, dass nur Bargeld akzeptiert wird
Besuch eines kleinen Cafés oder einer Bäckerei, in denen keine Kartenzahlung möglich ist
Derartige Situationen sind insbesondere in kleinen Geschäften oder bestimmten Regionen keine Seltenheit und sie spiegeln die anhaltende Bedeutung von Bargeld in den lokalen Gewohnheiten wider.
Fazit: Ohne Bargeld kann es bei bestimmten Ausgaben des täglichen Lebens kompliziert werden.
Frankreichreise: eine Überraschung für Deutsche
Umgekehrt kann ein Deutscher auf einer Frankreichreise davon überrascht sein, mit welcher Selbstverständlichkeit fast überall mit Karte bezahlt wird:
Problemlose Bezahlung eines Kaffees oder Baguettes mit Karte
Kontaktloses Bezahlen nahezu überall bei kleinen Beträgen
Fazit
Die bevorzugte Bezahlmethode in Deutschland kann Franzosen mitunter überraschen. Während man in Deutschland insbesondere bei kleinen Beträgen weiterhin am Bargeld festhält, hat sich in Frankreich die Bankkarte in allen Bereichen des Alltags weitgehend durchgesetzt.
Für Reisende haben diese Unterschiede konkrete Folgen: In Deutschland muss man Geld abheben, während man in Frankreich nahezu alles mit Karte bezahlen kann. Wer diese Gewohnheiten kennt, kann seine Reise besser planen und seinen geschäftlichen oder privaten Aufenthalt in vollen Zügen genießen – ohne böse Überraschungen an der Kasse.
Quellen Euronews : Bargeld in Europa: In diesen Ländern zahlen die Menschen noch am liebsten bar Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V. : Tipps und Unterschiede beim Bezahlen in Frankreich Stripe : Modification du comportement de paiement : Espèces ou carte en Allemagne ?
Statista : Anzahl der Kartenzahlungen je Einwohner in ausgewählten Mitgliedsländern der EU im Jahr 2023
Deutsche Bundesbank : Zahlungsverhalten in Deutschland 2023
Deutsche Bundesbank : Zahlungsverkehr im Wandel: aktuelle Entwicklung des Kartenmarkts in Deutschland




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